Homeoffice und Kinderbetreuung

Homeoffice und Kinderbetreuung

Alles kein Problem - oder?

Liebe Eltern,

ja, wir haben immer noch einen Lockdown und wenn man sich gerade die Nachrichten mit den mutierten Viren in den Kitas anschaut, sinkt die Hoffnung für eine schnelle Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen von Tag zu Tag. Hier mal unser alltäglicher Wahnsinn im HomeOffice und Kidsclub Modus - vielleicht habt ihr die ein oder andere Situation schon mal selber erlebt.

Der Tag beginnt

Wie jeden normalen Werktag müssen unsere Kinder auch während des Lockdowns mit uns früh aufstehen, damit wir alles rechtzeitig bis zum Arbeitsbeginn fertig haben (sprich Frühstück, Kinder anziehen, sauber machen etc.). Unsere Töchter sind 5 und 2 Jahre alt, die Große hätte zwar einen Anspruch auf Betreuung, weil sie ein Vorschulkind ist, aber da unsere 2 Jährige Tochter keinen Anspruch hat, lassen wir beide zu Hause, damit sie jemanden zum spielen hat. Notbetreuung kommt für uns leider nicht in Frage, da mein Mann und ich beide in keinem systemrelevanten Beruf arbeiten und dazu noch im HomeOffice sind. Segen und Fluch zugleich.

Stress am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen - HÄ?

"Mir ist  kalt" - "Ich will mich nicht anziehen" - "Guck mich nicht an" - nachdem unsere Große uns nach dem Aufstehen etliche Sätze an den Kopf geknallt hat (ja, sie ist ein übler Morgenmuffel), scheint beim Frühstück dann endlich Ruhe eingekehrt zu sein. Doch danach geht das Mentale-Ninja-Warrior-Training weiter. Die Kleine möchte beschäftigt werden - Buch lesen, Verstecken Spielen - alles was mein Mann neben Aufräumen schlecht machen kann. Während ich mich schon mal schnell ins Arbeitszimmer verkrümel, um wenigstens eine Stunde alleine arbeiten zu können. Vielleicht um auch ein Mal durchatmen zu können - vielleicht 😉

Ist unsere große Tochter dann auch endlich mit Essen fertig, tritt eine erste entspannte Verschnaufpause ein - beide Kinder gehen entweder zum gemeinsamen Spielen in ihr Kinderzimmer oder in den Spielekeller. Also, mein Mann hüpft schnell ins Auto, versucht in dreizig Minuten alle Einkäufe zu erledigen und dann den Esstisch soweit abzuräumen, dass ich mich dort mit meinen Arbeitsutensilien breit machen kann.

Fliegender Wechsel um halb 10

Halb Zehn in Deutschland, was für andere die Frühstückspause ist, stellt bei uns die Übergabe dar. Mein Mann hat nun das Privileg den Tag im Arbeitszimmer zu verbringen, während ich nun in den HomeOffice/Kidsclub Animateur/Haushaltsorganisator-Modus wechsel. Denn bei meinem Mann beginnen jetzt die Telefonkonferenzen, die sich meist nahtlos aneinanderreihen.
Also, baue ich mir schnell meinen Arbeitsbereich auf dem Esstisch auf. Das beginnt mit dem Stapeln von TipToi Büchern, damit mein Laptop eine ergonomisch angepasste Höhe bekommt (um Nackenschmerzen vorzubeugen). Manchmal muss ich aber die Bücher wieder tauschen, weil ich genau das Buch als Ständer benutze, was meine Töchter unbedingt lesen wollen.

Mama, ich möchte dir zugucken

Ich habe gerade eine halbe Stunde gearbeitet, da kommt meistens schon das erste Kind und stellt sich neben mich hin. "Darf ich zugucken?" - höre ich nur und bei mir schrillen alle Alarmglocken, dass bedeutet meistens entweder 1.000 Fragen meiner großen Tochter oder ein wildes Einschlagen auf meine Tastatur durch die Kleinste. Ich bin Autorin und schreibe im Moment an Band 2 und Band 3 einer Romanreihe. Parallel liegt Band 1 bei meiner Lektorin, mit der ich zusammen die Korrekturen durcharbeite. Sprich eigentlich muss ich mich 100 %tig konzentrieren, um eine gute Qualität abzuliefern. Ein Glück kenne ich das Wort Schreibblockade nicht, denn wenn ich am Rechner sitze, kann ich gleich los schreiben.
Doch wieder zurück zu meinen Kindern, aus der anfänglichen Neugier wird Langeweile. Und plötzlich ist das Laptop Kabel zwischen Tisch und Steckdose total interessant. Meine Kinder probieren gerne mal aus, wie oft man drüber springen kann, bis man doch mal hängen bleibt und entweder der Stecker aus der Dose rutscht oder der Laptop mit einem großen Knall samt TipTio Bücher Stapel zur Seite fällt. Was dann hier los ist, könnt ihr euch vorstellen. Nach dem ich erstmal die Kids angebrüllt habe und versuche meine Technik wieder zum laufen zu bringen, schleicht sich ein schlechtes Gewissen ein. Die Kleinen können doch nichts dafür, sie brauchen Beschäftigung.

Viertel Stunden Animation

Also, wechsel ich in den Viertel-Stunden-Animations-Modus. Ich knete mit den Kindern, bastel oder helfe der Großen bei den Vorschulaufgaben, ach ja und Sprachtraining auch noch - wozu die Große wenig Lust verspürt. Nebenbei versuche ich mal für fünfzehn Minuten meine Arbeit zu verrichten. Hin und her - hin und her. Der Adrenalin steigt - das Gesicht gerötet. Die Kinder halbwegs glücklich - es sei denn Mama reagiert genervt auf die Frage hin "Mama, dein Bildschirm ist schon wieder schwarz?" "Ja, weil ich nicht zum arbeiten komme."
Auch sonst hat meine 5 Jährige das Talent pausenlos Fragen zu stellen mit dem Wunsch  eine umfangreiche Antwort zu erhalten (was ja unter anderen Bedigungen auch völlig ok ist). Parallel läuft ein Hörspiel oder ganz neu - Barbie-Themesongs - lautstark zum Mitsingen! YEAH...
Letztens hat sich dann meine kleine Tochter überlegt die Knete in ihre Nase zu stecken. 5 Minuten lang fummelte sie mit den Fingerchen an ihrem Näschen rum, bis ich mich gewundert und mal nachgesehen habe. Lila Knete im rechten Nasenloch. SUPER!
Also, erstmal versucht das Problem zu lösen, ohne zum Arzt zu müssen. Hat dann auch geklappt - unter zu Hilfenahme meines Mannes (der sich mit Handy und Headset parallel in einer Telefonkonferenz befand).

Wenn die Kinder ganz still sind

Kennt ihr das auch? Die Kinder spielen vermeintlich in ihren Zimmern und sind total ruhig? Ein Segen - denkt man. Man ignoriert am Anfang noch die Stimmen in seinem Kopf, die sagen - ACHTUNG GEFAHR IN VERZUG - aber eigentlich ist man froh mal in Ruhe arbeiten zu können. Diesen Moment haben wir im Lockdown öfters. Letztens war es dann so, dass mein Mann in einer kleinen Pause zwischen zwei Telefonaten mal im Obergeschoss nachgesehen hatte, was die kleinen Racker so machen. Ein erschrecktes Schreien rief mich dann auch auf den Plan. Während die große Tochter auf der Toilette ihr "großes" Geschäft verrichtete, hat sich die Kleinste mal überlegt mit der Klobürste das ganze Badezimmer zu putzen. Ja, wie ekelig. Dann entdeckte mein Mann noch eine Meerjungfrauen Playmobil Figur im Klo - total ekelig. Nun hat sich die halbe Stunde, die man in Ruhe gearbeitet hat, gerächt. Denn jetzt musste ich erstmal das Badezimmer putzen und desinfizieren.

Perfekt ist was anderes

Dann liegt man Abends völlig fertig auf dem Sofa und lässt den Tag nochmal Revue passieren - wie oft übermannt mich dann ein schlechtes Gewissen. Habe ich genug mit den Kindern gespielt - habe ich sie gefördert - hatten sie eine schöne Zeit? Was kann ich die nächsten Tage besser machen? Anstatt abzuschalten - planen - reflektieren - grübeln.
Nebenbei die Fragen zum Job: Habe ich meiner Lektorin jetzt die richtige Datei geschickt? Sind da wirklich keine Fehler mehr drin? Hat sie meinen knappen, in der Eile geschriebenen, Kommentar richtig verstanden?

Und dann kommen die Nachrichten im Fernsehen über verlängerte Corona-Maßnahmen und völlig entspannte Politiker, die die Eltern um Verständnis bitten. Da das mutierte Virus auf dem Vormarsch ist, müssen wir uns noch auf weitere harte Wochen vorbereiten.
Ja, aber ins Ausland fliegen ist noch drin. Mal so schnell seine Verwandten in England besuchen - klar - war bis vor kurzem noch möglich. Aber wir müssen ja alle Opfer bringen.
Dann fliegt schon mal gerne die Fernbedienung durch die Gegend.

Also, wir geben weiterhin unser Bestes. Was anderes bleibt uns auch nicht übrig.

Wir lieben unsere Kinder und wünschen uns für sie und auch für uns einfach mal wieder einen geregelten Alltag! Man kann ja mal noch träumen ...

 

 



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2 thoughts on “Homeoffice und Kinderbetreuung

  1. Hey Nana, unser Alltag läuft ganz ähnlich ab. Wir stimmen uns morgens ab, wer wann welche Telefonkonferenzen hat, damit wir nebenbei unsere Mädels betreuen können. Und wenn die Termine parallel liegen, bleibt öfter mal nur der Fernseher als Babysitter. Ganz nebenbei natürlich noch die Größe beim homeschooling beaufsichtigen…
    Aber wirklich jammern will ich nicht. Im Grunde sind wir echt noch gut dran.
    Liebe Grüße
    Marlis

    P.s. mach weiter so mit deiner Seite. Ich lese immer wieder gern deine Beiträge

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